| Allgemeines zum Charcot-Marie-Tooth (CMT)-Syndrom |
| Geschichtliches: |
| Erste Beschreibungen dieser Erkrankung gibt es im Jahr 1886, in dem zwei
Franzosen, Charcot und Marie, und unabhängig davon der Engländer Tooth, über eine
Krankheit berichteten, die familiär gehäuft auftritt und mit einer meist früh
beginnenden Gangstörung, einem Muskelschwund in den Füssen und Händen sowie einer
Fussfehlstellung einhergeht. In den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten folgten
viele weitere Berichte, die klar erkennen liessen, dass es sich bei diesem
Krankheitsbild um eine vererbte Form einer Polyneuropathie handelt, welche mit
Sicherheit mehrere genetische Ursachen hat. Nach den Erstbeschreibern wird diese Erkrankung bis heute Charcot-Marie-Tooth - Syndrom (abgekürzt CMT-Syndrom) genannt. Dennoch gibt es viele weitere Bezeichnungen, die je nach Ausprägung der Erkrankung verwendet werden und im weiteren Sinn auch zum Formenkreis des CMT-Syndroms zu zählen sind:
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| In den Jahren 1950 bis 1980 war die Einstufung und Diagnose des CMT-Syndroms
nach erfolgter klinischer Untersuchung vor allem durch Studien am peripheren Nerven
(Messungen der Nervenleitgeschwindigkeit und Gewebsuntersuchungen des Muskels und
Nerven nach Biopsie) bestimmt. Je nach deren Ergebnis erfolgte dann eine Zuordnung zur
jeweiligen Untergruppe. Seit den 80-iger Jahren werden vermehrt genetische Untersuchungen durchgeführt, deren Sinn es ist, den einzelnen Formen ihre genetische Ursache zuzuordnen. Dies ist die Voraussetzung, die Entwicklung der Krankheit zu verstehen. Erst dann kann versucht werden, den fehlerhaften Baustein der Nerven durch das gesunde Element zu ersetzen, das heisst zukünftig eine Therapie zu entwickeln. Dank der Mithilfe vieler betroffener Patienten und Familien waren diese genetischen Untersuchungen bisher sehr erfolgreich und haben es für einige Formen möglich gemacht nach einer einfachen Blutabnahme eine genaue Diagnose bei Einzelpersonen zu stellen. Andere Formen können wiederum nur bei Untersuchung möglichst vieler betroffener und nicht betroffener Familienmitglieder erfolgen. Die Fortschritte in den letzten 2 Jahrzehnten haben aber auch in vielen Ländern weltweit eine hohe Motivation bei Patienten, Familienmitgliedern und betreuenden Ärzten und Genetikern hervorgerufen und die Bildung von Selbsthilfeorganisationen angeregt. |
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| Epidemiologie: |
| Das CMT-Syndrom gehört zu den häufigsten vererbten Erkrankungen des peripheren
Nervensystems. Seine Prävalenz (= Anzahl der Erkrankungen pro 100.000 Einwohner) wird
auf 1:2500 geschätzt. Das CMT-Syndrom ist sowohl klinisch als auch genetisch äußerst vielfältig, das heisst, dass die Symptome sehr unterschiedlich sind und auch genetisch viele verschiedene Ursachen (= sogenannte Mutationen, siehe unten) zugrundeliegen. |
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| Hauptsymtome: |
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| Wichtige Formen |
Je nach vorherrschenden Veränderungen bzw. Ausfällen unterscheidet man
verschiedene Formen:
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| Wichtige Sonderformen: |
| Dejérine-Sottas - Syndrom |
| Wenn das CMT-Syndrom bereits im frühen Kindesalter beginnt und sich manchmal bereits im ersten Lebensjahr eine motorische Entwicklungsverzögerung zeigt, so spricht man von einem Dejérine-Sottas - Syndrom (benannt nach den Erstbeschreibern der Krankheit). Der Krankheitsverlauf dieser seltenen Variante ist meist schwerer als bei den übrigen Formen. Typischerweise ist die Nervenleitgeschwindigkeit sehr stark vermindert (unter 10 m/sec). Auch diese Form hat verschiedene genetische Ursachen. |
| Distale hereditäre motorische Neuropathie Typ V |
| Diese Form ist dadurch gekennzeichnet, dass die Hände früher und stärker und manchmal asymmetrisch vom Muskelschwund betroffen sind als die Füsse und Unterschenkel. Je nach Ausprägung innerhalb einer Familie kann diese Besonderheit aber auch fehlen und es können Gangstörungen, bedingt durch eine Steifigkeit im Muskel dominieren, da neben den peripheren auch die zentralen motorischen Nervenbahnen betroffen sein können. Diese Form wurde bisher in Österreich oft beobachtet. |
| Juvenile (= jugendliche) Form der ALS |
| Auch hier sind wie bei der klassischen amyotrophen Lateralsklerose (ALS) die
zentralen und peripheren motorischen Nerven betroffen. Der Verlauf der Erkrankung
unterscheidet sich aber deutlich von der klassischen ALS, da er über Jahrzehnte langsam
und schleichend ist und keine Atem- und Schluckschwierigkeiten auftreten. Die
Lebenserwartung ist daher nicht reduziert. Daneben gibt es noch viele weitere Sonderformen, die hier nicht genau beschrieben werden. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: [Kontaktperson wird in Kürze angegeben] |
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