Therapiemöglichkeiten
Physiotherapie:
Jede physiotherapeutische Behandlung ist individuell und zielt darauf ab dem Patienten eine optimale Bewegungs- u. Schmerzfreiheit sowie Selbständigkeit zu ermöglichen. Ein Physiotherapeut arbeitet mit verschiedensten bewegungstherapeutischen Behandlungs-konzepten- u. Techniken. Therapiekonzepte in der Neurologie sind z. B.: Bobath, PNF, Perfetti, Affolter, Bewegungstherapie im Wasser, u.a. All diese Konzepte basieren auf neurophysiologischen Grundlagen und haben das übergeordnete Ziel den Patienten zu möglichst "normalen" Bewegungsverhalten zurückzuführen.

Eine Beseitigung der neurologischen Symptome ist zur Zeit noch nicht möglich. Mit physiotherapeutischer Behandlung sind jedoch Funktionen wie Gleichgewichtsstörungen beim Stehen und Gehen, Muskelschwächen und Muskelverkürzungen, Regulation der Muskelspannung, Gelenkfehlstellungen, Gelenkskontrakturen, Durchblutungsstörungen und auch Alltagsfunktionen wesentlich zu verbessern.

Zusätzlich bieten auch Bewegungs- u. Entspannungstherapien, wie Feldenkrais, Autogenes Training, Atemtherapie und vieles mehr dem Patienten eine gute Unterstützung.

Physiotherapie wird vom Arzt verordnet und von diplomierten PhysiotherapeutInnen eigenverantwortlich durchgeführt. Die Therapie ist nach Rücksprache mit dem behandelten Arzt dem Kräftehaushalt des Patienten angepasst.

Wo habe ich die Möglichkeiten eine Therapie durchzuführen?

  • Krankenhaus: stationär/ambulant
  • Rehabilitationszentren
  • ·Frei beruflich tätige diplomierte PhysiotherapeutInnen (auch Hausbesuche)
  • Ambulatorien der physikalischen Medizin
Ein selbständiger Physiotherapeut ist als Wahltherapeut tätig. Die Behandlungskosten werden von den PatientInnen vorfinanziert und können anschließend bei der jeweils zuständigen Krankenkasse (entsprechender Kassentarif) geltend gemacht werden. Eine Liste der frei beruflich tätigen diplomierten PhysiotherapeutInnen kann für die Steiermark unter der Telefonnummer 0316/ 466293 (Fr. Tuschla Ilse) angefordert werden.

Wann soll ich mit einer Therapie beginnen?
So früh als möglich!!!! Aber auch im Verlauf der Krankheit ist eine regelmäßige Therapie sehr wichtig um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Konsequentes Training für Charcot-Marie-Tooth Patienten ist unbedingt notwendig - vor allem ein ausreichend intensives, aber nicht überforderndes Muskeltraining um die vorhandene Muskelkraft und Ausdauer der Muskulatur zu erhalten!
Wichtig!: Notwendigkeit des SELBSTÄNDIGEN ÜBENS!

Was macht der Physiotherapeut?

  1. Befunderhebung: Allgemeinzustand, Gelenksbeweglichkeit, Muskelspannung
  2. Erstellung eines Therapieplanes (Dauer + Häufigkeit der Therapieeinheiten)
  3. Individueller Therapieplan in Bezug auf den aktuell erstellten Befund
  4. Übungsprogramm für Zuhause
Was kann ich erwarten?
  • Verbesserung des Gleichgewichts und der Sensibilität
  • Erhaltung der Muskelkraft, Vorbeugen der Ermüdung der Muskulatur
  • Prävention und Behandlung von Gelenksbeschwerden
  • Erhaltung der Beweglichkeit und Verbesserung der vorhandenen Funktionen
  • Schmerzbehandlung
  • Erleichterung im Alltagsleben; Tipps für den Alltag
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Orthopädische Massnahmen:
Patienten mit einem der vielfältigen Charcot-Marie-Tooth Krankheitsbilder haben sehr oft orthopädische Probleme. Dabei sind Fußfehlstellungen und Gangstörungen am häufigsten, Probleme an/mit den Händen sind seltener. Die Rolle des Orthopäden im Team der behandelnden Ärzte umfasst die Erkennung verdächtiger Symptome, die Information der Patienten über den natürlichen Verlauf von Fehlstellungen sowie die konservative und operative Therapie.

Entstehung von Fußfehlhaltungen, und von Gangstörungen
Bei CMT kommt es zu einer Schwäche bestimmter Muskeln des Unterschenkels und des Fußes. Fast alle Formen der Fehlstellungen der Zehen, des Fußgewölbes und des Rückfußes entwickeln sich aus der fehlenden Balance der Muskeln des Unterschenkels und Fußes, von denen nur einige von der Lähmung betroffen sind.

Nach einwärts gedrehter Fallfuß
Meistens tritt am Anfang der CMT-Erkrankung lediglich eine geringe Schwäche der Fußheber auf. Wenn zusätzlich jene Muskeln schwach werden, die den Fuß nach außen ziehen (Peroneus-Muskeln), so entsteht ein sogenannter Fallfuß der nach innen gezogen wird (die Muskeln, die den Fuß nach innen ziehen sind weniger oder nicht betroffen). Ein nach innen gezogener Fallfuß führt dazu, dass der Fuß beim Gehen im Mittelfuß und da am Fußaußenrand aufgesetzt wird. Die vermehrte Belastung führt zu Schwielenbildung, zu Schmerzen und häufig zum Überknöcheln beim Gehen.

Ballenhohlfuß, Plattfuß
Ein hoher Rist entsteht erneut durch das Ungleichgewicht zwischen einzelnen Muskelgruppen des Fußes und des Unterschenkels. Die kurzen Fußmuskeln sind schwach und neigen zur Verkürzung. Damit wird die Sohle zusammen gezogen und das Gewölbe des Fußes verstärkt. Zusätzlich wird der Fuß vermehrt nach innen gezogen, was den Fußinnenrand weiter hoch zieht. Da auch die Fußheber geschwächt sind, werden zum Heben des Fußes die Zehenheber eingesetzt. Ein spezieller Mechanismus führt dazu, dass zwar der Fuß damit gehoben werden kann, aber auch der Rist weiter gehoben wird und die Entstehung von Krallenzehen möglich wird. Plattfüsse werden wesentlich seltener beobachtet als der oben beschriebene Ballenhohlfuß. Der nach innen gezogene Hohlfuß mit einer Fußaußenrandbelastung zeigt fast immer eine im "O" stehende Ferse, einen sogenannten Rückfuß-Varus.

Krallenzehen
Krallenzehen sind oft als einzig störende Deformität vorhanden oder bestehen zusätzlich zu anderen Fehlstellungen des Fußes. Sie entstehen durch eine Schwäche der Fußheber und der kleinen Fußmuskeln. Wegen der Schwäche der Fußheber werden die Zehenheber als Fußheber eingesetzt. Dadurch wird nicht nur der Fuß sondern auch die Zehen gehoben. Da aber die kleinen Fußmuskeln die Gelenke am Übergang vom Mittelfuß zu den Zehen nicht stabilisieren können, werden diese überstreckt und die Zehen im Mittelgelenk stark gebeugt. Diese Krallenzehenbildung versteift im Lauf der Zeit und die Fehlstellung führt zu schmerzhaftem Schuhkonflikt mit Druckstellen am Zehenrücken und an den Zehenkuppen. Bei länger bestehenden Krallenzehen können einzelne Gelenke fixiert verrenkt bleiben.

Konservative (=nicht operative) Therapie
Einlagen
Fehlstellungen der Füße führen immer zu abnormen Belastungssituationen an den Fußsohlen. Dadurch entstehen Schwielen und durch Überlastung können Schmerzen auftreten. Durch spezielle Einlagenversorgung wird der Fuß optimal gebettet und es wird beim Bodenkontakt eine möglichst große Fläche der Fußsohle belastet, um sogenannte Druckspitzen zu vermeiden. Diese Einlagen unterscheiden sich im Aufbau und im Material wesentlich von herkömmlichen Spreizfuß- oder Senkfußeinlagen und müssen von Fachleuten individuell gefertigt werden. Besonders wichtig ist eine frühe Einlagenversorgung bei Personen, bei denen das Empfinden, die Sensibilität, an der Fußsohle gestört ist. In diesen Fällen entstehen bei Druckspitzen schnell Druckgeschwüre, da der Schmerz als Warnsignal bei Überlastung des Gewebes fehlt.

Orthopädische Schuhe
Bei weiter fortgeschrittenen Fehlstellungen oder der Notwendigkeit den Rückfuß und das Sprunggelenk zu stabilisieren werden orthopädische Schuhe eingesetzt. Das Bild des klobigen schweren orthopädischen Schuhs hat hierbei ausgedient. Wenn Stabilität gefragt ist, werden Kunststofflaminate und Carbonfolien verarbeitet um Gewicht zu sparen. Wie bei Einlagen gilt besonderes Augenmerk der Bettung des Fußes. Hier kommen spezielle Schäume zur Anwendung.

Schienen (Orthesen)
Schienen werden vor allem beim Fallfuß eingesetzt, wenn keine wesentlichen Fußfehlstellungen bestehen. Die Behelfe können in bequemen Schuhwerk getragen werden.

Operative Therapie
In der operativen Behandlung muss zwischen Vorbeugung und Reparatur schmerzhafter und/oder eingesteifter Fehlstellungen unterschieden werden.
Bei frühem Eingreifen, im Sinne einer Vorbeugung, kann durch Muskel- und Sehnenverlängerungen eine neue Balance der Muskeln am Unterschenkel und Fuß hergestellt werden. Dadurch kann das Entstehen eines Rückfuß-Varus, eines Ballenhohlfußes oder die Entwicklung von Krallenzehen vermieden werden. Vor allem aber lässt sich das Risiko früher Gelenksabnutzungen deutlich vermindern. Eingesteifte Fehlstellungen sind nur durch Eingriffe an den Knochen und Gelenken zusätzlich zu den balancierenden Versetzungen von Muskeln und Sehnen erfolgreich zu verbessern. Es muss dabei ein gut beweglicher schmerzfreier Fuß, der gut auf dem Boden aufgesetzt werden kann hergestellt werden. Die dazu erforderlichen operativen Verfahren sind relativ einfach, die Auswahl der notwendigen Techniken muß jedoch immer individuell erfolgen und erfordert einige orthopädische Erfahrung auf dem Gebiet der Neuroorthopädie. Unmittelbar nach operativen Eingriffen erfolgt eine Gips-Ruhigstellung für die Dauer von 6-12 Wochen. Anschließend werden orthopädische Schuhe angemessen oder eine Einlagenversorgung vorgenommen.

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Schmerztherapie und andere Therapiemassnahmen:
Eine ursächliche Therapie ist nicht bekannt. Es gibt viele Medikamente am Markt, die zur Schmerztherapie angewandt werden können. Hier ist eine genaue Information und Besprechung mit dem behandelnden Arzt erforderlich. Es gibt auch Medikamente, die speziell für neuropathische Schmerzen (= Schmerzen, bedingt durch Veränderungen der peripheren Nerven) eingesetzt werden. Bei vielen Erkrankungen mit Muskelschwäche und -schwund wird heute Kreatin versucht, das bei manchen Muskelkrankheiten zu einer leichten Besserung führt. Studien bei CMT-Patienten haben allerdings keine Hinweise für eine Besserung ergeben.
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Richtige Hautpflege- Fußschäden aus hautärztlicher Sicht:
Fußschäden treten überwiegend bei den Formen auf, bei denen die sensiblen Nerven beteiligt sind. Da die Nerven nicht nur die Muskulatur steuern, sondern auch die Durchblutung lenken und Schmerz, Berührung, Temperatur und vieles mehr dem Gehirn melden, kommt es bei Ausfall einer oder mehrerer Leistungen zu charakteristischen Problemen. Ob die Störung durch ein vererbtes Leiden oder zum Beispiel im Rahmen der Zuckerkrankheit auftritt, ist für die entstehenden Beschwerden ohne Bedeutung, da diese sich gleichen. Aufgrund der Häufigkeit der Zuckerkrankheit gibt es sehr gute Informationshilfen unter dem Stichwort "Diabetischer Fuß", die auch für Patienten mit erblichen Nervenleiden gut brauchbar sind.

Was passiert an der Fußsohle?
Durch den Verlust oder die Verminderung von Schmerz-, Temperatur-, Berührungs- und Vibrationsempfinden merkt man nicht mehr, ob der Fuß an einer Stelle weh tut oder fehlbelastet ist. Durch die krankheitsbedingte Verformung des gesamten Fußes werden die Zehenkuppen nach unten gebogen und die Zehenballen übermäßig stark belastet. In der Folge passiert genau das gleiche, wie wenn man mit einem Werkzeug im Garten arbeitet. Durch die Belastung entsteht eine verdickte Haut, eine Schwiele. Weil nun aber die Haut dicker und hart wie Holz ist und durch die Erkrankung zusätzlich nicht mehr so gut ernährt wird, wird das emfindliche Gewebe durch den Druck geschädigt und es entsteht eine oft schmerzlose Wunde (=Ulcus). Die Haut ist sozusagen nur der Spiegel, an dem sich die Erkrankung zeigt. Gefährlich sind die folgenden Komplikationen, vor allem Infektionen der Weichteile und der Knochen. Da wenig bis keine Beschwerden verspürt werden, kommt es leicht zu einem gefährlichen Unterschätzen der Probleme.

Die Haut - Botschafter und Wahrsager
Eben weil die Haut außen liegt und zuerst betroffen ist, kann ich selbst gut vorbeugend wirken. Wegen des eingeschränkten Spürsinns ist die regelmäßige Inspektion beider Sohlen im Sitzen mit über das Knie gelegtem Fuß entscheidend: Sehen senkt die Sorgen!

Wohltuende Weichheit....Tipps zur Fusspflege:
- Tägliche Fußinspektion und
- Schuhe innen nach Fremdkörpern absuchen
- Regelmäßige Fußpflege
- Geeignetes Schuhwerk
- Nicht barfuß laufen!
- Keine scharfen Instrumente zur Pflege!
- Keine Hühneraugenpflaster!

Schuhe müssen weich und in der Breite passend sein und die Zehen ausreichend Platz haben. Die Vorderteile dürfen keine innenliegenden Nähte haben. Das Fußbett soll weich gepolstert und herausnehmbar sein. Einlagen halten etwa 1 Jahr und müssen alle 6 Monate kontrolliert werden, da sich der Fuß mit der Zeit in seiner Form ändert. Spezialschuhe etwa der Marken Buratto oder Thanne sind bei Orthopädieschuhmachermeistern erhältlich.
Die Hautpflege soll rasch einziehen und lang anhaltend sein. Leider kann die Haut nicht viel aufnehmen, weshalb Pflegemittel (bevorzugt werden sollen Cremes) dünn, aber dafür mehrmals täglich aufgetragen werden sollen. Eine Spezial Fußcreme für besonders trockene Haut gibt es zum Beispiel von der Firma Beiersdorf: ph5-Eucerin Fußcreme für Diabetiker.

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